Kopplung von Geschäftsprozeßmodellen mit Anwendungssystemmodellen

Historie


Die Kopplung von Prozessmodellen und Anwendungssystemen in der Software - Entwicklung zieht sich wie ein roter Faden durch mein akademisches und berufliches Engagement. Neben der Beschäftigung mit wissenschaftlichen Aspekten dieses Themas in mehreren Forschungsprojekten habe ich mich auch ausführlich mit Methoden (SOM, ARIS), Vorgehensmodellen und Werkzeugen (SOM, ARIS Software) zur Kopplung von Prozessmodellen und Anwendungssystemmodellen in der Praxis beschäftigt und dazu eine Reihe von Veröffentlichungen als Autor und Ko-Autor verfasst. Dabei wird aufgezeigt, wie Prozessmodelle zur Spezifikation von Anwendungssystemen (Erstellen von Software, Programm erstellen), aber auch wie ein Prozessmodell zur Dokumentation und Navigation sowie zur Konfiguration von Anwendungssystemen (Software) verwendet werden können.
Die Verweise im Text beziehen sich auf die Liste der Veröffentlichungen auf dieser Webseite.

Neuerscheinung:  "Kopplung von Geschäftsprozess - modellen und Anwendungssystemmodellen": Band 3 der erfolgreichen Reihe

Dieser dritte Band beschäftigt sich mit Praxisaspekten des Zusammenhangs zwischen Prozessmodell und Anwendungssystemmodell bei der SAP AG auf der Basis von ARIS. Das Buch behandelt die Themen ARIS, Anwendung von ARIS Software, Business Process Management (BPM), Prozessbeschreibung (EPK und andere Modelle), Software Herstellung und Software Komponenten sowie Prozessmodell und Referenzmodelle und ist für die Studiengänge Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik geeignet. Es zeigt am Beispiel der Software R/3 von SAP und ARIS Prozessen, wie man vom Prozessmodell gemäß EPK zur Software "gelangt" und ist somit die Dokumentation der ersten industriellen Anwendung von ARIS Software in der Praxis.

Es geht auf die Nutzung von EPK auf der Basis von ARIS Software ein und zeigt, wie Prozessbeschreibung und Prozessdarstellung auf der Basis von Aris bei der SAP AG gemacht werden. Das bedeutet, dass genau beschrieben wird, welche ARIS-Modelle, welche ARIS-Modellelemente und welche Modellierungsvorschriften für ARIS Software genutzt wurden.

Es wird beschrieben, auf welche Weise ein Prozessmodell gemäß ARIS genutzt wurde, um diesem Prozessmodell Teile einer bestehenden Software zuzuordnen, vom Geschäftsprozess in das Anwendungssystem zu navigieren und die Einführung von Software auf der Basis von Prozessmodellen durchzuführen. Insofern ist dieses Buch sehr informativ für alle, die sich für Geschäftsprozess -Modellierung und Referenzmodelle in ARIS interessieren oder Aris Software für ein Prozessmodell nutzen.


Das Buch ist mit der ISBN 978-3839101032 erschienen und kann hier bestellt werden:


Weitere Hintergrundliteratur zum Thema finden sie hier:


Semantisches Objektmodell

Als Assistent am Lehrstuhl von Prof. Sinz in Bamberg beschäftigte ich mich von 1990-1994 mit dem Modellierungsansatz des Semantischen Objektmodells (SOM). Mich interessierte besonders der methodische Aspekt der Unternehmensmodellierung zur Spezifikation von Anwendungssystemen, also die Frage, wie man ein Programm erstellen kann, das einen betrieblichen Prozess unterstützt. Dabei wird zunächst ein fachliches Modell der betrieblichen Diskurswelt erstellt und dann erfolgt ein Übergang von diesem Modell zu einem fachlichen Modell des Anwendungssystems (Programms).
Dabei habe ich mich auf den Übergang von dem Modell der betrieblichen Diskurswelt in ein zugehöriges Objektschema konzentriert [vgl. SiPo93], also u. a. auf die Problemstellung, wie Prozessmodelle zum Erstellen von Software genutzt werden können.  Die Vorgehensweise wird in der folgenden Abbildung gezeigt:




Ziel war es, möglich umfangreiche Semantik des Diskursweltmodells in das Objektschema zu übernehmen und damit eine fachliche Begründung für das Vorhandensein von Objekten und Beziehungen in Objektschemata zu liefern. Insofern ist dies eine Grundlagen-Arbeit zum Bereich Spezifikation von Software auf der Basis von Unternehmensmodellen.

Nach Anfertigung meiner Dissertation mit dem Titel "Spezifikation der fachlichen Klassen-Beziehungs-Struktur objektorientierter Anwendungssysteme auf der Grundlage von Modellen der betrieblichen Diskurswelt" [Popp94] habe ich zusammen mit anderen Kollegen bei der SAP AG die Methode, Vorgehensweise und die Software-Unterstützung bei der Modellierung von Geschäftsprozessen für Anwendungssysteme festgelegt und umgesetzt.

Aufbauend auf meiner Dissertation habe ich die unten angegebenen Bände 1 und 2 des mehrbändige Werk "Kopplung von Geschäftsprozessmodellen und Anwendungssystemmodellen" erstellt.

SAP und Prozessmodellierung

Ab 1994 stand bei der SAP AG vor allem der pragmatische Aspekt der Prozessmodellierung mit ARIS sowie die Kopplung von konkreten Geschäfts-prozessmodellen mit konkreten Anwendungssystemen im Vordergrund, d.h. welche Modelle einer Software werden benötigt, wie werden diese erstellt, welche Tools werden benötigt [KePo96a, KePo96b]. Von diesen Arbeiten profitierten sowohl die methodischen Arbeiten im Bereich Geschäftsprozessmodellierung (EPK) und Software-Modellierung als auch die heute verfügbare ARIS-Software. U.a. hatten wir in den neunziger Jahren die ersten wirklich umfangreichen Prozessmodelle gemäß EPK für das R/3-System der SAP AG mit ARIS Software modelliert und somit auch zur Weiterentwicklung der Methode ARIS und der ARIS Software beigetragen. Ein Beispiel für eine EPK aus  [MePo98] hier:



Als nächster Schritt stand die Integration der als EPK mit ARIS Software modellierten Prozessmodelle in das Anwendungssystem R/3 an. Ziel war, die Funktionalität der Software R/3 im Anwendungssystem selbst in Form von Prozessmodellen offenzulegen und anhand der Geschäftsprozesse durch das Anwendungssystem zu navigieren. Somit wurde das Prozessmodell in grafischer Form zur Navigation durch das Anwendungssystem R/3 genutzt. Zuvor wurden die Modelle aus ARIS Software in R/3 übertragen.



Dann folgte die intensive Beschäftigung mit dem Thema der prozessorientierten Konfiguration (Customizing) des Anwendungssystems R/3, d.h. die Nutzung von Varianten von Prozessmodellen in ARIS und R/3 für die Bildung von Struktur- und Verhaltens-varianten eines konkreten Anwendungssystems [MePo05]. Hier konnte ich als Entwicklungsleiter im Bereich Business Process Technology die Umsetzung vorantreiben. Folgende Abbildungen zeigen die Zusammenhänge zwischen Modellelementen und Konfiguration [siehe MePo98]:

Modellelemente und Customizing-Profile:


Profile und ihr Bezug auf die Customizing-Parameter



Gleichzeitig war ich im Forschungsprojekt WEGA an der Erforschung des Themas wiederverwendbare und erweiterbare Geschäftsprozess- und Anwendungs-systemmodelle beteiligt [Fe+98a, Fe+98b], aus dem sich eine Reihe interessanter Aspekte und Arbeiten entwickelten, u.a. wurden ARIS EPK und SOM gegenübergestellt [Popp95, GuPo98].

Kopplung von Geschäftsprozessen und Anwendungssystemen

Als Abrundung des gesamten Themenkomplexes habe ich das mehrbändige Werk "Kopplung von Geschäftsprozessmodellen und Anwendungssystemmodellen" herausgegeben, das verschiedene Aspekte dieses Themas durch methodische, exempla-rische und Praxisbeiträge erläutert.

Im ersten Band wird die Methode und Vorgehensweise des Semantischen Objektmodells zur Modellierung von Unternehmen und von der das Unternehmen unterstützenden Software, angelehnt an meine Dissertation, vorgestellt und anhand von Beispielen erläutert.

Dieser Band stellt die Grundlagen der Modellierung von Geschäftsprozessen dar und zeigt, wie relevante Ausschnitte eines Modells der betrieblichen Diskurswelt (Prozessmodell) beschrieben und abgegrenzt werden und so als Grundlage der Bildung von Anwendungssystem-Modellen, d.h. zur Spezifikation von Software dienen können.

An zahlreichen Stellen werden die Kernaussagen und die Argumentation dieses Buches durch Erfahrungen untermauert, die ich in meiner langjährigen methodischen Tätigkeit, aber auch in praxisnaher Forschung und Entwicklung bei der SAP AG in Walldorf gesammelt und in zahlreichen Veröffentlichungen dokumentiert habe.

Im zweiten Band wird die Abgrenzung des Anwendungssystems aus dem Unternehmens-modell sowie die Ableitung von Objekten und Beziehungen des Anwendungssystem-modells, angelehnt an meine Dissertation, beschrieben.

Zentraler Erfolgsfaktor der Entwicklung von Anwendungssystemen ist die Qualität der für ein Anwendungssystem spezifizierten Anforderungen. Unvollständige oder fehlerhafte Anforderungen haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der resultierenden Anwendungssysteme sowie auf die Kosten der Anwendungssystementwicklung. Die Bedeutung der Qualität der Anforderungsspezifikation wird durch den Trend zu großen und komplexen Anwendungssystemen sowie zu serviceorientierten Architekturen noch verstärkt. Der zweite Band trägt zur Lösung dieses Problems bei

Es wird gezeigt:
  • auf welche Weise Elemente des Modells der betrieblichen Diskurswelt in Elemente des Anwendungssystem-Modells überführt werden können und
  • wie eine Kopplung von betrieblichen Diskursweltmodellen und von Anwendungssystem-Modellen aussehen kann und belegt die Kopplung methodisch mit Hilfe von Metamodellen sowie
  • welche Objekte im Anwendungssystem zu bilden sind.
Dabei bleiben die Beziehungen zwischen den Elementen der Diskurswelt und Elementen des fachlichen Modells des Anwendungssystems erhalten und können so als Grundlage für Betrachtungen der Wiederverwendbarkeit und Anpassbarkeit dienen. Der Vorteil dieser Betrachtungsweise ist die Nutzung der fachlichen Wiederverwendbarkeit als neue, zusätzliche Dimension der Wiederverwendbarkeit, wobei die fachliche Wiederver-wendbarkeit die technische Wiederverwendbarkeit ergänzt.

Somit leistet der zweite Band damit einen wesentlichen Beitrag zu Qualität von Anwendungssystem-Modellen, da für jedes Objekt eine fachliche Begründung gegeben wird, warum diese zu bilden sind. Solche qualitativ hochwertigen Objekte sind eine solide Basis für serviceorientierte Architekturen.





Im dritten Band, der soeben unter der ISBN-13: 978-3839101032 erschienen ist, wird auf die Umsetzung der Kopplung in der Praxis auf der Basis von ARIS Methode und ARIS Software und  des R/3-Referenzmodelles bei der SAP AG eingegangen. Dieser Band zeigt, wie schrittweise eine pragmatische Implementierung der Kopplung von EPK-basierten Prozessmodellen (gemäß Aris) und Anwendungssystemen in der Praxis stattfand und welche Aspekte in weiterer praxisnaher Forschung betrachtet wurden.

Dabei orientiert sich dieses Buch am R/3 - Referenzmodell der SAP AG und am Anwendungssystem R/3 der SAP AG und bietet wichtige Hinweise auf die Anwendung der Methode ARIS und der ARIS Software, insb. zur Anwendung von EPK. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, zu zeigen, welche Elemente der ARIS-Methode verwendet werden und wie einzelne Elemente der ARIS-Methode mit Elementen von R/3 gekoppelt sind.

Das Buch behandelt somit die Themen ARIS, Methode, ARIS Software, Business Process Management (BPM), Prozessbeschreibung, Software Herstellung und Software Komponenten sowie Prozessmodell und Referenzmodelle und ist für die Studiengänge Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik geeignet. Es zeigt am Beispiel der Software R/3 von SAP und ARIS, wie man vom Prozessmodell zur Software "gelangt" und ist somit die Dokumentation der ersten industriellen Anwendung von ARIS Methode und ARIS Software in der Praxis.



Weitere Quellen

Weitere Quellen zu Geschäftsprozessmodellierung mit EPK und Nutzung von R/3-Referenz-Prozessmodellen sowie ARIS Software zur Gestaltung von Geschäftsprozessen in Unternehmen sind hier gelistet:

Hier finden Sie weitere Quellen zur Business Modellierung


Weiter zu Literatur

Klicken Sie hier für mehr Details zu:

Prozessmodellierung
  Ökosysteme in der Software Industrie
    Business Modelle in der Software Industrie
  Mergers and Acquisitions
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