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Geschäftsmodelle in der Softwareindustrie


Ein Geschäftsmodell oder Business Modell eines Software-Unternehmens beschreibt, welche Waren oder Dienstleistungen von einem Unternehmen erzeugt werden und wie das Unternehmen  für die Waren und Dienstleistungen entlohnt wird. Da unser Fokus die Softwareindustrie ist, stellen alle Unternehmen Waren und Dienstleistungen im Bereich Software zur Verfügung. Wir werden über verschiedene Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen berichten und herausfinden, was die Unterschiede in den Business Modellen/ Geschäftsmodellen der Unternehmen in der Softwareindustrie sind. Dazu werden wir auch auf die Business Modelle von Softwareunternehmen wie Google, Microsoft und SAP blicken.

Neues Buch über Business Modelle und Partnerschaften in der Software Industrie

Was sind die existierenden Business Modelle und Geschäftsmodelle sowie die Formen der Kooperation zwischen Unternehmen in der Software- Industrie? Das sind die Kernpunkte, die in einem neuen, bald erscheinenden Buch erörtert werden. Das Buch erscheint in englischer Sprache. 

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Profit from Software Ecosystems - Karl Popp
Profit from Software Ecosystems: Business Models, Ecosystems and Partnerships in the Software Industry

Hier ist ein Ausschnitt dieses Buches über Business Modelle in der Software Industrie.

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Eine allgemeine Klassifikation von Geschäftsmodellen

Indem wir die Klassifikation von Geschäftsmodellen der MIT Sloan Schule of management [Wei+05] erweitern, werden wir auf verschiedene Geschäftsmodelle in der Softwareindustrie schauen. Dieses Modell verwendend, werden Sie im Stande sein, das Geschäftsmodell eines Software- Unternehmens zu klassifizieren. Später werden wir zeigen, wie die verschiedenen Geschäftsmodelle von Software- Unternehmen durchgeführt werden.

Ein Geschäftsmodell definiert, welche Waren oder Dienstleistungen von einem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, und wie die Gesellschaft für die Waren und Dienstleistungen entlohnt wird. Das Geschäftsmodell besteht aus drei Dingen: dem Typ von Waren/Dienstleistungen, dem Geschäftsmodellarchetyp und dem Einnahmenmodell. Ein Geschäftsmodell ist ein Modell auf der Typ-Ebene, was bedeutet, dass es ein allgemeines Modell ist, das den Typ des Geschäfts beschreibt, aber nicht zeigt, wie das Geschäft operationalisiert wird.



Abbildung 1: Geschäftsmodelle

Ein Geschäftsmodell kann in einem Operationsmodell durchgeführt werden. Das Operationsmodell zeigt, wie das Geschäft operationalisiert wird. Jeder der drei Bestandteile des Geschäftsmodells wird als ein Teil des Operationsmodells durchgeführt.
Der Typ von Waren/Dienstleistungen wird im Produktionsmodell operationalisiert. Es definiert, welche Prozesse und Organisationen die Waren/Dienstleistungen schaffen. Für ein Software-Unternehmen wird Software gewöhnlich von der Entwicklungsorganisation mit Hilfe von Entwicklungsprozessen erstellt.

Der Geschäftsmusterarchetyp wird im Geschäftsoperationsmodell durchgeführt. In der Softwareindustrie, für das IP Vermieter-Geschäft, Software Kunden zu lizenzieren, werden passende Prozesse und Organisationen auf den Markt bringen und die Softwareverkäufer-Lösungen an Kunden verkaufen.

Das Einnahmenmodell wird im Verkaufsmodell durchgeführt. In diesem Kapitel konzentrieren wir uns auf das Geschäftsmodell und seine Bestandteile und die Optionen, die ein Software-Unternehmen für jeden der drei Bestandteile des Geschäftsmodells hat.
Im folgenden werden die Bestandteile eines Geschäftsmodells detailliert vorgestellt.



Abbildung 2: Geschäftsmodell und Operationsmodell


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Typen von Waren/Dienstleistungen


Zur detaillierten Analyse von Geschäftsmodellen machen wir vom Typ von Waren/Dienstleistungen und dem durch Weill definierten Geschäftsmusterarchetyp Gebrauch [Wei+05]. Die Typen von Waren sind:

  •     Finanzwaren (Bargeld und anderes Vermögen),
  •     physische Waren (echte, physische Produkte, haltbare und Verbrauchsgüter),
  •     immaterielle Waren (Software und anderes geistiges Eigentum) und
  •     menschliche Leistungen (der Personenaufwand).


Figure 3: Typen von Waren/Dienstleistungen

Geschäftsmusterarchetypen

Geschäftsmusterarchetypen sind grundlegende Muster, Geschäfte zu machen. Verfügbare Archetypen sind Schöpfer, Verteiler, Vermieter und Makler.
Ein Schöpfer verwendet gelieferte Waren und inneres Vermögen und gestaltet sie um, um ein an Kunden verkauftes Produkt zu schaffen. Es ist wichtig zu wissen, dass die wichtige geleistete Arbeit durch den Schöpfer das Produkt entwirft. Ein Beispiel ist Apple. Apple entwirft den iPod in Kalifornien. So ist Apple ein Schöpfer.
Ein Verteiler kauft ein Produkt und stellt dasselbe Produkt Kunden zur Verfügung. Offensichtliche Beispiele sind Gesellschaften in den Großhandels- und Einzelindustrien, wie Verdorrt oder Saks.
Ein Vermieter stellt das vorläufige Recht zur Verfügung zu verwenden, aber nicht eigen, ein Produkt oder Dienst Kunden. Beispiele sind lendors des Geldes, der Berater und der Gesellschaften, die Software als ein Dienst anbieten.
Ein Makler erleichtert das Zusammenbringen von potenziellen Käufern und Verkäufern. Ein Makler nimmt nie Eigentumsrecht der Produkte und Dienstleistungen. Ein Beispiel ist ein Aktienmakler. Ein anderes Beispiel ist das Werbegeschäft von Google, das den Inserenten mit potenziellen Kunden vergleicht.
Der folgende Tisch zeigt die Kombination von Archetypen und den Typ von angebotenen Waren, auf 16 verschiedene Ergebnisse hinauslaufend.

 

Typen von Waren/Dienstleistungen

 

Finanzgüter

Physische Güter

Immaterielle Güter

menschliche Dienstleistungen

Schöpfer

Unternehmer

Hersteller

Erfinder

n/a

Verteiler

Finanzhändler

Gross- und Einzelhändler

Händler geistigen Eigentums

n/a

Vermieter

Finanzverleiher

Vermieter

Vermieter geistigen Eigentums

Dienstleister

Makler

Finanzmakler

Makler

Makler geistigen Eigentums

Dienstleistungs-makler



Figure 4: . Source: [Wei+05, 31], ergänzt durch Autor

Allgemeine Geschäftsmodelle in der Softwareindustrie

Auf die Geschäftsmusterarchetypen blickend, handeln Softwaregesellschaften gewöhnlich als Schöpfer von immateriellen Gütern (Erfinder), aber sie verkaufen die Software an Kunden im Sinne der Übertragung von IP nicht.

Sobald die Produkte erstellt sind, handeln die Software-Unternehmen als  Vermieter von immateriellen Gütern (IP Vermieter), da Sie in der Regel den Kunden die Nutzung der Software für einen bestimmten Zeitraum erlauben.

Wenn ein Software-Unternehmen Produkte eines anderen Software-Unternehmens Kunden zur Verfügung stellt, handelt er als Händler geistigen Eigentums. Software-Unternehmen stellen auch Beratungsdienste zur Verfügung, der dem Geschäftsmodell  Dienstleister entspricht. Zwei Beispiele sind Dienstleistungen, um ihre Lösungen und Unterstützungsdienstleistungen kundengerecht anzufertigen und durchzuführen.
Wenn ein Software-Unternehmen Software as a service anbietet, handelt er als ein Vermieter  der Computer (physischer Vermieter) sowie als IP Vermieter für die verwendete Software.
Da die meisten Software-Unternehmen bieten eine Teilmenge der folgenden Geschäftsmodelle {Erfinder, Händler geistigen Eigentums, Vermieter geistigen Eigentums, Vermieter, Dienstleister} an und haben somit hybride Geschäftsmodelle. Die allgemeinsten Kombinationen von Geschäftsmusterarchetypen und Typen von Waren werden in der folgenden Abbildung fett gekennzeichnet.


 

Typen von Waren/Dienstleistungen

 

Finanzgüter

Physische Güter

Immaterielle Güter

menschliche Dienstleistungen

Schöpfer

Unternehmer

Hersteller

Erfinder

n/a

Verteiler

Finanzhändler

Gross- und Einzelhändler

Händler geistigen Eigentums

n/a

Vermieter

Finanzverleiher

Vermieter

Vermieter geistigen Eigentums

Dienstleister

Makler

Finanzmakler

Makler

Makler geistigen Eigentums

Dienstleistungs-makler

Figure 5:Typische Geschäftsmodelle in der Software-Industrie. Source: [Wei+05, 31], erweitert durch Autor.

Hier ein weiterer Ausschnitt aus dem Buch über Geschäftsmodelle grosser Software-Unternehmen. Wenn Sie interessiert sind, schicken Sie mir bitte eine Email mit dem Titel  "Ecosystems and Partnerships" an karl_popp@hotmail.com und ich werde Sie bei Erscheinen informieren. 

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Business Modell Innovation

Unter der Annahme, dass hybride Geschäftsmodelle vorherrschen, lassen sich interessante Geschäftsmodell-Innovationen betrachten. Geschäftsmodell-Innovationen treten in einem Markt u.a. auf, wenn einer der Marktteilnehmer
* eine neue Kombination von Leistungen, Geschäftsmuster-Archetyp und Einnahmenmodell bietet, oder wenn
* ein Marktteilnehmer ein neues, hybrides Geschäftsmodell als eine Kombination verschiedener Business-Modelle anbietet.

Der Einfluss von Geschäftsmodell-Innovation auf einen Markt und seine Marktteilnehmer kann vielfältig sein. Es kann zu einer Verschärfung des Wettbewerbs kommen, aber auch zu grösseren Verwerfungen. Wenn es auf dem Markt zu grösseren Verwerfungen kommen könnte, spricht man auch von einem disruptivem Geschäftsmodell.

Disruptive Geschäftsmodelle sind Geschäftsmodelle, die die etablierten Eigenschaften eines Marktes ändern, z. B. indem Produkte umsonst angeboten werden auf einem Markt, auf dem zuvor Preise verlangt wurden. Diese disruptiven Geschäftsmodelle sind häufig hybride Geschäftsmodelle. In unserem Beispiel könnte die kostenlose Abgabe eines Produktes aus einem anderen Geschäftsmodell finanziert werden. Bekannte Beispiel sind die Geschäftsmodelle von Google und Microsoft.

Business Modelle grosser Software-Firmen

Gemäß der oben dargestellen Klassifikation lassen sich die Business-Modelle grosser Software-Firmen wie folgt darstellen:

Business Modell von Microsoft



Business Modell von Google


Business Modell von SAP


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Open Source Business Modelle

Um die möglichen Geschäftsmodelle von Open Source Firmen zu analysieren, sollte man den Ursprung von Open Source betrachten. Open Source Software kann von einer Community oder von einem Software-Hersteller zur Verfügung gestellt werden, wir sprechen analog von Community Open Source und kommerzieller Open Source. Dabei werden wir uns im folgenden auf das Geschäftsmodell kommerzieller Open Source konzentrieren. Folgende Abbildung soll die Produkte und Leistungen darstellen, die in beiden Fällen typischerweise ausgetauscht werden.

Business Modelle kommerzieller Open Source

Zunächst ist das GEschäftsmodell eines Software-Herstellers Grundlage des Geschäftsmodells eines kommerziellen Open Source Anbieters. Neben der Bereitstellung von Open Source Software an Kunden, nutzen Software-Hersteller Open Source wie folgt:

  • Sie nutzen Open Source als zugelieferte Software,
  • Sie stellen kommerzielle Versionen von Open Source Software für die Kunden bereit,
  • Sie bieten Dienstleistungen (Consulting, Maintenance, Support, Anpassung von Open Source Software) für die Open Source Software an.


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Literatur

[Bux+08] Buxmann, P., Diefenbach, H., Hess, T., Die Software-Industrie: ökonomische Prinzipien, Strategien, Perspektiven. Berlin, 2008.

[Var+04] Varian, H.R., Farrell, C., Shapiro, C., The Economics of Information Technology: An Introduction (The Raffaele Mattoili Lecture). Cambridge, 2004.

[Wei+05] Weill, Peter, Malone, T W., D’Urso, V. T., Herman, G., Woerner, S., Do Some Business Models Perform Better than Others? A Study of the 1000 Largest US Firms. MIT Center for Coordination Science Working Paper No. 226, Boston, 2005.